So erklärst du’s deinem Kind
Das Thema Steuern ist für viele Erwachsene schon kompliziert genug – warum also sollten Kinder sich früh damit beschäftigen? Ganz einfach: Weil Steuern Teil unseres Alltags sind und zum allgemeinen Finanzwissen gehören. Sie begegnen uns überall – beim Einkaufen, später auf der Gehaltsabrechnung oder wenn wir über Straßen fahren, die von unseren Steuergeldern gebaut wurden. Kinder – jüngere sowie ältere – erleben Steuern jeden Tag, ohne es zu merken. Daher ist es wichtig, bereits jungen Kindern, Steuern zu erklären, damit sie das Grundkonzept verstehen.
Dieses kleine Steuer-1×1 für Kinder soll helfen, komplizierte Begriffe einfach zu erklären – mit Beispielen aus dem Alltag, die Kinder ab etwa 10 Jahren nachvollziehen können. So entsteht ein Verständnis dafür, dass Steuern Teil unseres Zusammenlebens sind.
Beachte bitte, dass die Begriffsdefinitionen in diesem Artikel nicht den Anspruch haben, die Begriffe vollumfassend und rechtlich zu definieren. Die Erläuterungen dienen dazu, Kindern verständlich ein Grundverständnis zu vermitteln und damit den Einstieg in die Thematik zu erleichtern.
Führe nicht alle Begriffe auf einmal ein, das könnte dein Kind überfordern. Starte mit dem ersten Begriff und sprich in den nächsten Tagen immer mal wieder mit deinem Kind darüber. Nach und nach kannst du die anderen Begriffe einführen und deinem Kind erklären.
Hier ist das Steuer-1×1 für Kinder:
Was sind Steuern?
Steuern sind Geld, das Menschen von ihrem Lohn oder beim Einkaufen abgeben müssen. Dieses Geld wird gesammelt, damit der Staat wichtige Dinge bezahlen kann, die allen Menschen helfen – zum Beispiel Lehrerkräfte, Schulen, Spielplätze, Krankenhäuser oder Busse. Stell dir vor, alle Personen werfen ein bisschen Geld in eine große Gemeinschaftskasse. Aus dieser Kasse bezahlt der Staat dann alles, was wir gemeinsam brauchen.
Nichtselbstständige Arbeit
Menschen, die für eine Firma arbeiten – zum Beispiel jemand, der in einer Bank oder in einem Geschäft arbeitet, verdient Geld. Von diesem Geld wird der Chef die Steuern ans Finanzamt überweisen.
Selbstständige Arbeit
Manche Menschen sind ihr eigener Chef – zum Beispiel jemand, der einen Bäcker-Laden hat oder eine Fotografin. Sie verdienen selbst Geld und müssen die Steuern selbst ans Finanzamt überweisen.
Einkommensteuer
Das ist die Steuer auf das Geld, das man durch Arbeit verdient. Wer viel verdient, zahlt mehr. Wer weniger verdient, zahlt weniger.
Kapitalertragsteuer
Manchmal arbeitet auch Geld für dich – zum Beispiel, wenn du Zinsen auf dem Sparkonto bekommst oder mit Aktienverkäufen Gewinne machst. Auch darauf gibt es eine Steuer, die heißt Kapitalertragsteuer.
Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
Die kennst du schon aus dem Alltag: Sie steckt in fast allem, was wir kaufen. Kaufst du ein Eis, dann gehen ein paar Cent davon direkt an den Staat.
Steuererklärung
Ein Formular, das Bürger nach einem Jahr ausfüllen. Dort steht, wie viel Geld sie verdient haben und wie viel Steuern sie schon bezahlt haben. Das Finanzamt prüft dann, ob das passt – manchmal bekommt man sogar Geld zurück.
Finanzamt
Das ist die „Steuerkasse“ des Staates. Alle Steuern werden dort eingesammelt, geprüft und weiterverteilt.
Lohn/Gehalt
Das Geld, das man für seine Arbeit bekommt. Lohn sagt man oft bei Arbeiterinnen, Gehalt bei Angestellten.
Brutto/Netto
Brutto: Alles, was man verdient, bevor Steuern abgezogen werden.
Netto: Das Geld, das wirklich auf dem Konto landet – also das, was man „in der Tasche“ hat, nachdem die Steuern abgezogen wurden.
Freibetrag
Eine bestimmte Summe vom Einkommen bleibt steuerfrei. Erst wenn man mehr verdient, muss man darauf Steuern zahlen.
Steuerbescheid
Ein Brief vom Finanzamt, in dem steht, ob man zu viel, zu wenig oder genau die richtige Menge an Steuern gezahlt hat.
Du möchtest mehr über das Thema erfahren? Ich zeige hier auf dem Blog regelmäßig Tipps und Spiel-Ideen, die das Thema weiter vertiefen.
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