So erklärst du’s deinem Kind
Finanzbildung beginnt früh – und die Börse ist kein Thema nur für Erwachsene. Kinder können schon in jungen Jahren spielerisch lernen, wie Geld arbeiten kann, warum Aktien steigen und fallen, und wie man langfristig Vermögen aufbaut. Das wichtigste dabei: Die Begriffe kindgerecht erklären und Zusammenhänge mit Alltagssituationen verbinden.
Beachte bitte, dass die Begriffsdefinitionen in diesem Artikel nicht den Anspruch haben, die Begriffe vollumfassend zu definieren. Die Erläuterungen dienen dazu, deinem Kind verständlich ein Grundverständnis zu vermitteln und damit den Einstieg in die Thematik zu erleichtern.
Führe nicht alle Begriffe auf einmal ein, das könnte dein Kind überfordern. Starte mit dem ersten Begriff und sprich in den nächsten Tagen immer mal wieder mit deinem Kind darüber. Nach und nach kannst du die anderen Begriffe einführen und deinem Kind erklären.
Hier ist das Börsen 1×1 für Kinder:
1. Was ist die Börse?
Die Börse ist wie ein großer Markt, nur dass dort keine Äpfel oder Spielsachen, sondern Firmenanteile gekauft und verkauft werden. Firmen verkaufen dort kleine Anteile ihres Unternehmens, damit Leute wie du und ich sie kaufen können. Wenn du eines dieser Anteile kaufst, gehört dir ein kleiner Teil des Unternehmens. Außerdem kannst du auch Rohstoffe, wie Gold – das Material aus dem zum Beispiel die Ohrringe deiner Mama gemacht sind – an der Börse kaufen. Du kaufst allerdings keine Goldbarren – die dicken Goldsteine – sondern zum Beispiel Anteile an Unternehmen, die Gold abbauen.
Kindgerechtes Beispiel: Stell dir vor, du hast einen Lieblingsladen oder eine Lieblingsspielzeugmarke und du darfst kleine Teile davon kaufen. Wenn der Laden größer wird, mehr Spielsachen verkauft und bei Besuchern beliebter wird, macht der Spielzeugladen mehr Gewinn. Wenn der Laden mehr Gewinn macht, sagt man, dass der Wert deines Anteils am Laden steigst und du machst auch Gewinn.
2. Aktien – kleine Anteile von Firmen
Eine Aktie ist ein kleines Stück von einem Unternehmen, welches du an der Börse kaufen kannst. Wenn du eine Aktie besitzt, gehört dir ein kleiner Teil der Firma – und du kannst vom Erfolg profitieren.
Kindgerechtes Beispiel: Ein Kino ist ein Unternehmen. Wenn ein Kino, in das du gerne gehst, ein Stück seines Unternehmens an dich verkauft, gehört dir ein Teil des Kinos. Wenn mehr Menschen Kino-Tickets kaufen und damit der Gewinn des Kinos steigt, dann steigt auch dein Anteil an dem Kino und du machst Gewinn.
3. Dividende – Belohnung für Aktienbesitzer
Hast du ein Anteil eines Unternehmens – also eine Aktie – gekauft, bist du Aktionär. Manche Firmen zahlen ihren Aktionären regelmäßig einen Teil ihres Gewinns als Belohnung. Das nennt man Dividende.
Kindgerechtes Beispiel: Stell dir vor, du hast mit deinem Freund einen Obstgarten gekauft. Ihr beide seid Besitzer des Obstgartens, in gewisser Weise Aktionäre. Am Ende der Saison bekommt ihr von jedem Apfelbaum ein paar Früchte – das ist eure Belohnung, also die Dividende.
4. Anleihe – Geld leihen und Zinsen bekommen
Eine Anleihe ist, als würdest du jemandem Geld leihen, z. B. einer Firma oder der Stadt, und die Person verspricht, es nach einer bestimmten Zeit zurückzugeben – plus ein bisschen extra Geld als Dankeschön. Dieses Extra-Dankes-Geld wird Zins genannt.
Kindgerechtes Beispiel: Du leihst deiner Schule 5 EUR und sie gibt dir in einer Woche 6 EUR zurück. Die 6 EUR setzen sich so zusammen: 5 EUR der geliehene Betrag und 1 EUR extra – also das Dankeschön für das Ausleihen, der Zins.
5. Fonds – viele kleine Anteile zusammen
Ein Fonds ist wie ein großer Geldtopf, in den viele Menschen etwas einzahlen. Dieses Geld wird dann von den Leuten, die auf den Geldtopf aufpassen in verschiedene Aktien oder Anleihen investiert. So kann auch ein kleiner Betrag über viele Firmen verteilt werden.
Kindgerechtes Beispiel: Stell dir vor, du und deine Freunde legen jeder 1 EUR in einen Topf. Mit dem Geld kauft ihr gemeinsam Spielzeug, das ihr dann teilt. Alle profitieren, weil jedem ein Teil des Spielzeugs gehört und jeder damit spielen kann.
6. Kurse steigen und fallen
Der Preis einer Aktie verändert sich jeden Tag – das nennt man den Kurs. Er steigt, wenn viele Menschen die Aktie, also den Anteil eines Unternehmens, kaufen wollen, und fällt, wenn viele Anteile an einem Unternehmen verkaufen.
Kindgerechtes Beispiel: Stell dir vor, es gibt nur ein paar Eintrittskarten für ein cooles Konzert. Wenn alle sie haben wollen, wird der Preis höher. Wenn weniger Leute das Konzertticket kaufen wollen, dann wird der Preis gesenkt, damit wieder mehr Leute das Ticket kaufen wollen.
7. Risiko und Geduld
An der Börse kann man Geld gewinnen, aber auch verlieren – das nennt man Risiko. Deshalb ist Geduld sehr wichtig. Wer langfristig denkt und kleine Beträge regelmäßig investiert, hat bessere Chancen, dass sein Geld wächst. Denn wenn du viele kleine Anteile besitzt, so ist es halb so schlimm, wenn eines der Anteile nicht so gut wächst, dafür aber alle anderen gut wachsen.
Kindgerechtes Beispiel: Wenn du einen Samen pflanzt, musst du warten, bis er wächst und die Pflanze Früchte trägt. Du kannst ihn nicht gleich essen – Geduld zahlt sich aus.
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