Finanzbildung beginnt im Kinderzimmer – und manchmal auch unter dem Weihnachtsbaum
Weihnachten steht vor der Tür. Damit beginnt für Eltern und Verwandte die alljährliche Suche nach dem perfekten Geschenk. Die Wunschlisten der Kinder sind lang, die Ladenregale und Online-Shops voll. Aber mal ehrlich: Wie viel davon brauchen die Kinder wirklich? In vielen Familien quellen die Kinderzimmer längst über vor Spielzeug, das nach wenigen Wochen in Vergessenheit gerät.
Gerade Eltern, die Wert auf Finanzbildung, Geldkompetenz und eine sichere Zukunft ihrer Kinder legen, suchen nach sinnvollen Alternativen zu den üblichen Weihnachtsgeschenken. Und genau hier kann Weihnachten ein wertvoller Wendepunkt sein: Statt noch mehr Dinge zu verschenken, können wir Kindern Werte, Wissen und finanzielle Weitsicht mitgeben – verpackt in sinnvollen, nachhaltigen und auch persönlichen Geschenkideen. Die Erfahrung zeigt: eine ausgewogene Mischung ist ideal – überwiegen wertvolle und zukunftsorientierte Geschenke, kann selbstverständlich auch ein Herzenswunsch aus der Spielzeugecke dabei sein. Klasse statt Masse sollte hier das Motto sein!
Finanzbildung ist kein Schulfach, aber sie kann zu Hause beginnen. Und Weihnachten ist ein wunderbarer Anlass dafür. Dieser Beitrag zeigt dir sinnvolle Geschenkideen für Kinder, die nicht überfordern, sondern wirklich weiterbringen – von Finanzwissen, über Erlebnisgeschenke bis hin zum Depot-Beitrag als Weihnachtsgeschenk.
1. Gemeinschaftsgeschenke statt zehn kleine Pakete
Vor allem Großeltern, Tanten, Onkel oder Paten wollen oft „etwas zum Auspacken“ schenken. Das ist verständlich – aber muss es wirklich alles Spielzeug sein?
Ein sinnvolles Modell: Ein größeres Geschenk gemeinsam finanzieren. Das hat folgende Vorteile:
- das Kind erhält etwas Hochwertiges und Langlebiges
- die Familie schenkt weniger „Kleinkram“, der das Zimmer überfüllt
- das Kind lernt, dass man für wertvolle Dinge gemeinsam sparen oder sich zusammentun kann.
Beispiele für solche Gemeinschaftsgeschenke sind:
- ein Fahrrad
- ein Musikinstrument
- Utensilien für die ausgeübte Sportart
- eine Jahresmitgliedschaft, z.B. fürs Schwimmen oder Klettern
- ein Erlebnistag, z.B. in einem Freizeitpark
- ein Laptop oder ein Tablet für die Schule
Solche Geschenke verbinden die Familie und zeigen dem Kind, dass Qualität mehr zählt als Quantität.
2. Bücher, die wirklich prägen – Finanzwissen kindgerecht erklärt
Finanzbildung darf nicht erst mit dem ersten Gehalt beginnen. Kinder sind neugierig, offen und lernbereit – und viele Kindersachbücher erklären Geld auf spielerische Weise.
Lesen öffnet Türen und Wissen ist das beste Geschenk, das ein Kind bekommen kann.
3. Spiele, die Finanzbildung nebenbei vermitteln
Viele Brettspiele lehren wichtige finanzielle Konzepte – ganz ohne trockene Theorie. Kinder spielen nicht nur, sie lernen. Spiele haben den Vorteil, dass du als Elternteil beim Mitspielen erklären und Fragen stellen kannst. So entsteht ein entspannter und zwangloser Austausch über das Thema „Geld“.
4. Erlebnisse statt Zeug – gemeinsame Zeit verschenken
Erlebnisse machen langfristig glücklicher als materielle Dinge. Gemeinsam verbrachte Zeit bleibt im Gedächnis, das stärkt die Bindung und tut allen gut. Beispiele für Erlebnisgeschenke sind:
- Eintritt ins Museum
- Tickets für ein Theaterstück oder ein Kinderpuppentheater
- Kletterwald, Kochkurse, etc.
- Kurztrip oder Wochenendausflug
- bei älteren Kindern: Konzert-Tickets
5. Ein Beitrag fürs Depot – ein Geschenk für die Zukunft
Viele Verwandte wissen nicht, was sie schenken sollen – und greifen zu „irgendwas“. Wie wäre es, dieses „irgendwas“ in Zukunftskapital zu verwandeln? Ein Depot-Beitrag als Weihnachtsgeschenk ist eine gute Möglichkeit, Kindern langfristig etwas zu geben, das wächst und Wert entwickelt.
Wie kann man das verpacken? Zum Beispiel schenkt man ein Buch je nach Interesse des Kindes und einen symbolischen „Depot-Gutschein“.
Die Sorge der Verwandten: „dann schenke ich doch nur ein Blatt Papier!“ ist meiner Meinung nach unbegründet. Ab ca. 13-14 Jahren verstehen viele Jugendliche schon sehr gut, was ein Depot-Sparplan und der Zinseszinseffekt bedeutet und warum Geld für die Zukunft wichtig ist – vorausgesetzt, es wurde ihnen vorher erklärt.
Aber auch bei jüngeren Kindern kannst du anfangen, das Thema altersgerecht zu erklären.
Hier meine Ideen:
Kindergartenalter (3-6 Jahre)
In diesem Alter geht es nicht darum, den Kindern Zahlen, oder Begriffe wie „Rendite“ oder „Depot“ näher zu bringen, sondern das Thema mit Geschichten, Bildern und wiederkehrenden Ritualen zu füllen. Das spielerische Verständnis und das bildliche Erklären stehen im Vordergrund. Du könntest einen Depotbeitrag als eine Art Schatz erklären, der langsam größer wird. Beachte allerdings, dass in diesem Alter noch viele Kinder an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben. Zum Beispiel könntest du sagen:
- „Der Weihnachtsmann hat dir etwas geschenkt, das du nicht sofort in der Hand hast, das aber für dich wächst – ganz langsam, wie ein kleiner Schatz, der jedes Jahr größer wird.“
- „Dieses Geschenk ist dafür da, wenn du einmal etwas ganz Besonderes möchtest, wenn du größer bist.“
Ergänzend könntest du ein kleines Ritual einführen, um das wachsende Depot zu veranschaulichen. Eine schöne Idee ist das Zukunftsglas mit bunten Steinen: Das Kind bekommt ein durchsichtiges Glas, das für seine Zukunft steht. Jedes Jahr kommt ein bunter Stein (oder mehrere kleine) hinein, stellvertretend für den Depotbeitrag. Als Erklärung könntest du beispielsweise sagen: „Jeder Stein bedeutet ein kleines Stück Zukunft, das wir dir schenken. Wenn du irgendwann groß bist, wird aus all diesen Steinen etwas richtig Wertvolles für dich.“
Grundschulalter (7-10 Jahre)
Kinder verstehen jetzt schon den Unterschied zwischen „sofort haben“ und „später etwas Größeres bekommen“. Der Einstieg gelingt am besten, indem man das Geschenk mit einem Ziel verknüpft, das für das Kind relevant ist. Zum Beispiel könntest du sagen:
- „Dieses Geschenk ist etwas, das dir dabei hilft, später große Wünsche zu erfüllen – wie ein eigenes Fahrrad, ein Computer oder ein richtig großes Abenteuer.“
- „Du bekommst heute nicht nur etwas zum Auspacken, sondern auch ein Geschenk, das deine Zukunft mit vorbereitet und dir Wünsche in der Zukunft erfüllen kann.“
Ihr könnt gemeinsam konkrete Ziele besprechen, um das Sparen/Investieren greifbarer zu machen, z. B. „Was wäre ein Traum, wenn du mal 14 oder 15 bist?“ – das schafft Motivation.
Jugendliche (ab ca. 11 Jahre)
In diesem Alter beginnt die echte Finanzbildung: Gemeinsam die ersten Sparpläne auswählen, die Börse erklären, Zinseszins simulieren und Sparziele setzen. Dann machen Finanzen schon früh Spaß und ein Depot-Geschenk wird zu Freude führen und richtig geschätzt. Die Erklärung kann daher sachlicher sein – und ruhig auf Augenhöhe:
- „Wir möchten dir etwas schenken, das nicht nach einer Woche vergessen ist, sondern dir wirklich langfristig etwas bringt.“
- „Dieses Depot ist dein eigener kleiner Vermögensaufbau. Du kannst später selbst entscheiden, wofür du es nutzt – Führerschein, Auslandsreise, Ausbildung oder etwas ganz anderes.“
Du könntest deinem Kind auch anbieten, selbst mitzuentscheiden, beispielsweise über die Sparrate – das erhöht Ownership und Interesse.
Fazit
Weniger Zeug, mehr Zukunft! Finanzbildung beginnt im Kinderzimmer – und manchmal auch unter dem Weihnachtsbaum. Sie beginnt damit, wie wir als Eltern mit Geld, Konsum und Geschenken umgehen. Kinder bekommen heutzutage mehr Spielzeug als jede Generation vor ihnen. Viele Eltern berichten, dass die Reizüberflutung ständig steigt und die Wertschätzung der Kinder fällt. Dinge, die früher etwas Besonderes waren, sind heute schnell ausgetauscht, kaputt oder langweilig.
Sinnvolle Geschenke dagegen schaffen bleibende Erinnerungen, Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität und Lernmomente, die dem Kind langfristig etwas bringen.
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