Womit fange ich eigentlich an?
Viele Eltern möchten ihre Kinder früh an das Thema Geld heranführen. Die entscheidende Frage lautet jedoch oft:
Womit fange ich eigentlich an?
Ein fünfjähriges Kind braucht andere Inhalte als ein zwölfjähriges. Genauso wie Kinder Lesen oder Rechnen Schritt für Schritt lernen, sollte auch Finanzbildung für Kinder altersgerecht aufgebaut werden.
Genau dafür habe ich die Finanzbildungs-Roadmap entwickelt.
Sie ist ein Baustein der Reich Erziehen®-Methode und bildet die Grundlage dafür, Finanzbildung altersgerecht und Schritt für Schritt aufzubauen.
Sie zeigt, welche Finanzthemen in welchem Alter sinnvoll sind und gibt Eltern eine Orientierung, wie sie ihre Kinder Schritt für Schritt auf ein selbstständiges Leben vorbereiten und begleiten können.
Entdecken: 3 bis 6 Jahre – die Grundlagen legen
Im Kindergartenalter geht es noch nicht um Sparpläne oder Börsenwissen.
Viel wichtiger sind grundlegende Zusammenhänge:
- Erste Erfahrungen mit Geld sammeln
- Bedürfnisse und Wünsche unterscheiden
- Geduldig auf ein Sparziel warten
Beispiel für den Familienalltag:
Nutze eine einfache und klare Sprache, wenn du dein Kind motivierst, sich zu entscheiden: “Du darfst nun wählen: jetzt etwas Kleines oder später etwas Größeres”. So lernt dein Kind, dass Geduld sich auszahlt.
Verstehen: 7 bis 10 Jahre – Geld bewusst einsetzen
Jetzt verstehen Kinder zunehmend, dass Geld verdient werden muss und dass jede Ausgabe eine Entscheidung ist.
Themen in dieser Altersstufe sind beispielsweise:
- Sparziele
- Taschengeld
- Budgetplanung
- Konsumentscheidungen
Beispiel für den Familienalltag:
Sprich darüber, dass Unternehmen Werbung machen, damit Menschen ihre Produkte kaufen. Deshalb sollte man sich immer fragen, ob man etwas wirklich möchte oder nur gerade dazu überredet wird.
Anwenden: 11 bis 13 Jahre – Die ersten Schritte Richtung Vermögensaufbau
Jetzt können komplexere Zusammenhänge erklärt werden. Zum Beispiel:
- Schulden verstehen
- Wie Geld für uns arbeiten kann
- Warum Investieren langfristig sinnvoll ist
- Erste Grundlagen zu ETFs
Beispiel für den Familienalltag:
Erkläre deinem Kind, dass geliehenes Geld nicht kostenlos ist: Wer Schulden macht, muss oft mehr zurückzahlen, als er ursprünglich erhalten hat (Zinsen = Gebühren für das geliehene Geld). Deshalb sollte man immer prüfen, ob der Nutzen einer Anschaffung, für die Schulden aufgenommen werden, die zusätzlichen Kosten rechtfertigt.
Entscheiden: ab 14 Jahren – Finanzwissen für das Erwachsenenleben
Jugendliche entwickeln zunehmend Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen. Jetzt können unter anderem folgende Themen behandelt werden:
- Inflation
- Steuern
- langfristiger Vermögensaufbau
- finanzielle Eigenverantwortung
Ab diesem Alter verschiebt sich die Rolle der Eltern von „Lehrer“ zu „Coach“. Das bedeutet, dass die Eltern nicht mehr primär die Inhalte erklären, sondern die Jugendlichen befähigen sollen, selbst Entscheidungen zu treffen und Wissen zu recherchieren, sowie aus ihren Erfahrungen zu lernen.
Finanzbildung ist ein Prozess
Kinder müssen nicht alles auf einmal lernen.
Entscheidend ist, dass sie in jeder Entwicklungsphase genau die Themen kennenlernen, die zu ihrem Alter passen.
So entsteht Schritt für Schritt ein gesundes Verständnis für Geld – ohne Überforderung und ohne Druck.
Die Finanzbildungs-Roadmap beantwortet die Frage:
Was lernt mein Kind in welchem Alter?
Der Finanzbildungs-Fahrplan beantwortet die nächste Frage:
Wie setze ich das konkret im Familienalltag um?
Er baut auf der Finanzbildungs-Roadmap auf und zeigt anhand vieler konkreter Alltagssituationen, wie Eltern die einzelnen Themen praktisch umsetzen können – mit Beispielen, Gesprächsanregungen und altersgerechten Erklärungen. So wird Finanzbildung für Kinder kein zäher Prozess, sondern locker im Alltag umgesetzt.
